T-18, T-35 oder T-45: das Trapezblech nach dem Pfettenabstand wählen

Der Pfettenabstand — diese eine Zahl in Millimetern entscheidet, ob Ihr Dach unter dem Februarschnee ruhig bleibt oder ob Sie im Frühjahr den Klempner wegen bleibend eingedrückter Rippen rufen. Wenn Kunden anrufen und fragen, „welches Trapezblech das richtige ist“, beginnt die Antwort immer mit einer Gegenfrage: Wie groß ist der Abstand zwischen Ihren Trägern? Denn T-18, T-35 und T-45 sind nicht drei „Designs“ desselben Produkts — statisch sind das drei völlig verschiedene Träger.
Alle drei Profile entstehen aus demselben feuerverzinkten Band — im Modeco-Programm S320GD mit Zinkauflage Z275 (275 g/m² beidseitig nach EN 10346), als selbsttragende Dachprofile nach EN 14782. Der Unterschied entsteht in den Profilierwalzen: Je höher die Rippe, desto größer das Trägheitsmoment — und damit das Recht, einen größeren Abstand ohne Durchbiegung zu überbrücken.
Drei Profile, drei Rippenhöhen
Rippenhöhen im gleichen Maßstab (schematisch)
Deckbreiten: Modeco-Programm · Massen: typische Werte für 0,50 mm Stahl
Die Deckbreite fällt mit der Profilhöhe (T-18 deckt 1.100 mm, T-45 „nur“ 1.000 mm), weil mehr Stahl in die Tiefe der Rippe geht. Zwischen T-18 und T-35 gibt es die Zwischenstufe T-22 (Deckbreite 1.070 mm) — statisch nahe am T-18 mit etwas mehr Reserve, deshalb gelten für sie dieselben Lattungsregeln wie für den kleineren Bruder. Das ist der Preis des Trägheitsmoments — und der Grund, warum das höhere Profil je m² nur wenige Dutzend Cent mehr kostet, aber fast doppelt so große Abstände trägt: In unserer Preisliste liegen zwischen T-18 und T-45 gerade 0,56 €/m² netto (Farbgruppe RAL 3009 / 8019).
Welchen Pfettenabstand verträgt das Profil?
Ziehen Sie den Regler und sehen Sie, wer im Grünen bleibt. Kriterium: eine gleichmäßig verteilte Flächenlast von ≈ 1,25 kN/m² — die charakteristische Schneelast des kontinentalen Kroatien (Schneelastregion 1, sk ≈ 1,1 kN/m² bis 100 m Seehöhe nach EN 1991-1-3 mit kroatischem Nationalen Anhang) plus ingenieurmäßige Reserve — bei einer Durchbiegungsgrenze von L/200, die bei dünnwandigen Blechen fast immer vor dem Bruch maßgebend wird. Für einen Standort in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gilt die Schneelast des dortigen Nationalen Anhangs (DIN EN 1991-1-3/NA, ÖNORM B 1991-1-3, SIA 261): In einer höheren Schneelastzone liegt der Bedarf über 1,25 kN/m², und dasselbe Profil verträgt dann einen kleineren Abstand. Die Tabelle zeigt die Logik — nicht Ihren Lastfall.
Pfettenabstand (Einfeldträger)
1,50 mTypische Tabellen der Bandhersteller (EN 1993-1-3, S250GD, Einfeldträger). Die Profilgeometrie unterscheidet sich je nach Hersteller — das ist eine Orientierung, keine Statik Ihres Gebäudes. Die Durchbiegung L/200 hängt von der Steifigkeit des Querschnitts ab, nicht von der Streckgrenze; ein Band S320GD verändert diese Werte deshalb nicht. Für T-45 und größere Abstände verlangen Sie die Tragfähigkeitstabelle zur konkreten Lieferung.
Übersetzt in die Praxis, so wie auf der Baustelle gelattet wird: T-18 gehört auf Latten im Abstand von 50–80 cm — so empfehlen es die Hersteller, und die Tabellen zeigen warum: Schon bei 1,25 m frisst die Durchbiegung des Einfeldträgers die Reserve auf. T-35 ist deshalb die wirtschaftliche Wahl — mit 0,50 mm Kern überbrückt es bequem bis ~1,5 m, mit verstärktem Kern von 0,63 mm bis 2 m, was auf einem Hallendach halb so viel Holz oder Stahl unter dem Blech bedeutet. (In einer früheren Analyse nannten wir konservative 120 cm — das ist die Empfehlung für eine Lattung ganz ohne Tabellenreserve; die Einfeldträgertabellen lassen mehr zu.) T-45 ist das Tragprofil für industrielle Abstände und flach geneigte Dächer — seine Tabellen reichen weiter, aber die lesen wir immer aus dem konkreten Datenblatt.
Dachneigung: wo T-18 das Stimmrecht verliert
Der Pfettenabstand ist die halbe Geschichte — die andere Hälfte ist die Dachneigung. Trapezblech verlangt im Allgemeinen mindestens 5–6° Neigung, und zwar mit Abdichtung aller Querstöße (mindestens 20 cm Überlappung mit Dichtband). Unter ~8° beginnt der Bereich besonderer Regeln für Befestigung und Entwässerung. Niedrige Profile wie T-18 leben in der Praxis am besten auf Dächern ab ~15°: Die flache Rippe hat schlicht nicht die Abflusskapazität, um bei geringer Neigung einen Starkregen oder das Tauwasser eines vollen Schneepakets zu schlucken. Genau umgekehrt beim T-45 — die 45 mm tiefe Rippe ist eine Wasserautobahn, deshalb ist es das Profil der Wahl für flach geneigte Industriedächer.
Kerndicke und Beschichtung: kleine Zahlen, große Folgen
Alle Tabellen dieses Leitfadens gelten für einen Kern ab 0,50 mm — prüfen Sie die Kerndicke deshalb vor der Bestellung im Angebot und im Werkszeugnis. „Aktionsbleche“ mit 0,45 mm Kern oder dünner fallen aus allen genannten Abständen heraus — ausführlich in der Analyse Trapezblech oder Dachpfannenblech. Für die Beschichtung gilt eine einfache Regel: Der glänzende Standard-Polyester mit 25 µm ist ein solides Arbeitspferd, Matt-Polyester mit 35 µm trägt eine dickere Schutzschicht und hält UV-Strahlung und Mikrokratzern besser stand — auf Süddächern und in höheren Lagen sieht man den Unterschied nach dem ersten Jahrzehnt (mehr dazu im Vergleich der Beschichtungen). Und zuletzt: Unter kaltem Blech immer an Antikondensvlies denken — die Physik des Taupunkts verhandelt nicht (im Modeco-Programm als Zuschlag von 1,60 €/m² netto).
Rezept des Ingenieurs
Häufige Fragen
Die Zahl in der Bezeichnung ist die Rippenhöhe in Millimetern. Ein höheres Profil verträgt einen größeren Pfettenabstand: T-18 liegt auf Wohnhausdächern mit dichter Lattung (50–80 cm), T-35 und T-45 auf Hallen mit weiter auseinanderliegenden Pfetten. Die Deckbreiten im Modeco-Programm: T-18 = 1100 mm, T-22 = 1070 mm, T-35 = 1035 mm, T-45 = 1000 mm.
Deutsche Fassung des kroatischen Originals: T-18 vs T-35 vs T-45: Kako odabrati trapezni profil prema rasponu podrožnica.