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Sandwichpaneele und Dämmung

Sandwichpaneele: PUR- oder PIR-Kern — welche Dämmung passt zu Ihrem Gebäude

7 minZMIng. Z. Modeco
Sandwichpaneele: PUR- oder PIR-Kern — welche Dämmung passt zu Ihrem Gebäude

Wenn vom Industriebau der Gegenwart die Rede ist, sind Dach- und Wandpaneele in Sandwichbauweise der Standard für Wärmeschutz und Montagetempo. Hinter der schlichten Metallfassade steckt jedoch die Chemie von Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat (PIR) und Steinwolle. Der falsche Kern kann den Unterschied bedeuten zwischen einem Gebäude, das seine Temperatur zuverlässig hält, und einem, das im Brandfall zur ernsten Gefahr wird.

Ein Sandwichpaneel von nur 50 mm ersetzt dämmtechnisch mehr als einen halben Meter klassisches Ziegelmauerwerk oder Beton. Diese Wärmestabilität kommt aus der Zellstruktur des Schaumkerns zwischen zwei beidseitig verzinkten und beschichteten Stahlblechen von 0,50 mm. Die eigentliche Auseinandersetzung des Ingenieurs findet aber in den Spezifikationen zu Brandverhalten und Tragfähigkeit statt.

Brandchemie: PUR gegen PIR

Polyurethanschaum (PUR) war jahrzehntelang der Standard, geschätzt für seinen sehr niedrigen Wärmeleitwert (λ etwa 0,022 W/mK). Seine Schwäche ist das Verhalten bei hohen Temperaturen: Unter offener Flamme brennt und schmilzt PUR. Daraus entstand die PIR-Technologie (Polyisocyanurat) — eine strukturell modifizierte Rezeptur, die bei hohen Temperaturen eine schützende verkohlte Schicht bildet, statt zu schmelzen und abzutropfen.

PUR-Schaum — brennt und schmilzt

Sehr gute Wärmedämmung zum günstigeren Preis, aber deutlich geringere Beständigkeit gegen Flammen. Für Kühlräume und kleinere landwirtschaftliche Gebäude, bei denen der Brandschutz nicht die maßgebliche Anforderung ist.

PIR-Schaum — B-s1, d0 nach EN 13501-1

Die brandtechnisch verbesserte Modifikation: langsames Abbrennen ohne brennendes Abtropfen (d0) und mit geringer Rauchentwicklung (s1). Üblich, wo das Brandschutzkonzept mehr verlangt — öffentliche, gewerbliche und industrielle Hallen.

Steinwolle (Mineralwolle): der Brandschild

Während PIR einen hohen Feuerwiderstand bietet (üblicherweise 30 bis 60 Minuten gegen den Durchtritt des Feuers), sind Paneele mit Steinwollkern im Brandfall die Referenz. Wegen ihres vulkanischen Ursprungs ist Steinwolle als nicht brennbar klassifiziert (Klasse A1). Solche Paneele halten die Wand im Brandfall 120, bei dickeren Querschnitten sogar 180 Minuten stand (EI 180).

Der technische Kompromiss der Steinwolle sind Gewicht und Dicke. Wegen des höheren λ-Wertes (etwa 0,040 W/mK) braucht es rund die doppelte Dicke, um die Dämmwirkung einer PIR-Platte zu erreichen. Außerdem kann Wolle Feuchte aufnehmen — die Paneele verlangen eine saubere Montage und dichte Stöße.

Schnittdarstellung

Technische Eckwerte

Beschichtung der Deckbleche25 µm PES / Plastisol
Rohdichte PIR-Kern~40 kg/m³
Rohdichte Steinwolle100–120 kg/m³
Stößeverdeckte und sichtbare Verschraubung

Planung und Bestellung der Paneele gehören eng mit dem Brandschutzkonzept und der Einteilung in Brandabschnitte abgestimmt. PIR ist der übliche Ausgleich zwischen hoher Dämmleistung, Sicherheit und Montagetempo; Steinwolle ist die Wahl für Bereiche mit hohem Brandrisiko und für Brandwände zwischen den Abschnitten.

Was das für Deutschland, Österreich und die Schweiz bedeutet

Die Klassifizierung nach EN 13501-1 gilt in der ganzen EU — ein Paneel, das in Kroatien mit B-s1, d0 deklariert ist, trägt dieselbe Klasse in München oder Graz. Welche Klasse Ihr Gebäude braucht, sagt nicht die Gebäudeart, sondern das Brandschutzkonzept nach dem Baurecht des Aufstellungsorts: in Deutschland Landesbauordnung und Industriebaurichtlinie, in Österreich die OIB-Richtlinie 2, in der Schweiz die Brandschutzvorschriften der VKF. Auch der Versicherer kann Anforderungen an den Kern stellen — klären Sie das vor der Bestellung, nicht nach der Montage. Maßgeblich für das konkrete Paneel ist immer seine Leistungserklärung.

Der Kern ist die eine Entscheidung, die Dicke die andere — sie folgt aus Nutzung und gefordertem U-Wert, nicht aus dem Gefühl: Paneeldicke nach Nutzung. Und auch ein hochwertiges Paneel lässt Feuchte durch Stöße und Wärmebrücken, wenn Dampfsperre und Lüftung nicht gelöst sind: Kondensation in der Halle.

Häufige Fragen

PIR (Polyisocyanurat) ist ein chemisch modifizierter Polyurethankern, der unter Flammeneinwirkung eine verkohlte Schutzschicht bildet, während ein klassischer PUR-Kern brennt und schmilzt. Beide dämmen ähnlich gut (λ etwa 0,020 W/mK für PIR, 0,022 W/mK für PUR); das Brandverhalten wird für beide nach EN 13501-1 klassifiziert und steht in der Leistungserklärung des Paneels.

Schlagwörter:SandwichpaneelePIRPURSteinwolleBrandschutz

Deutsche Fassung des kroatischen Originals: Sendvič Paneli: PUR vs PIR ispun - Kako odabrati pravu izolaciju za vaš objekt.