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Dachentwässerung

Dachrinne und Fallrohr bemessen: wie viel Wasser wirklich von Ihrem Dach kommt

10 minZMIng. Z. Modeco
Dachrinne und Fallrohr bemessen: wie viel Wasser wirklich von Ihrem Dach kommt

Die Dachrinne wird in Angeboten nach zwei Dingen ausgewählt: was sie kostet und wie sie aussieht. Beides ist falsch. Eine Rinne ist ein hydraulisches Bauteil mit berechenbarer Kapazität, und sobald diese Kapazität unter die Wassermenge fällt, die das Dach sammelt, läuft das System über — an der Fassade herunter, in die Fundamente und über die Eingangstür. Die gute Nachricht: Die Bemessung passt in eine Formel, und der größte Gewinn kostet oft nichts — der Wasserfangkasten wandert nur in die Rinnenmitte.

Q = r × A × C — die ganze Bemessung in einer Zeile

Die Norm EN 12056-3 (nicht EN 612, die Maße und Qualität der Rinnen selbst regelt) berechnet die Wassermenge als Produkt dreier Größen: r — die Regenspende in l/(s·m²), A — die wirksame Dachfläche und C — der Abflussbeiwert, der für ein Blechdach 1,0 beträgt. Zwei Dinge überraschen Bauherren: A ist die Grundrissprojektion des Dachs, nicht die abgewickelte Schräge (ein steileres Dach sammelt nicht mehr Regen), und r ist ein Standortwert. Für Slawonien rechnen wir mit 0,03 l/(s·m²) — das sind 108 mm in der Stunde, also ein Wolkenbruch, kein Landregen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz setzen Sie die örtliche Regenspende r(5,5) ein — den Fünf-Minuten-Regen mit fünfjähriger Wiederkehr, wie ihn DIN 1986-100 aus den KOSTRA-DWD-Daten des Standorts vorgibt; in Österreich gilt ÖNORM B 2501, in der Schweiz SN 592000. Der Rechner hat dafür einen eigenen Regler.

Welche Rinne verträgt Ihr Dach?

Trauflänge10 m
Traufe → First (Grundriss)6 m
Regenspende r(5,5) des Standorts300 l/(s·ha) · 0,030 l/(s·m²) · ≈ 108 mm/h

Beispielwert für Slawonien (kontinentales Kroatien). Für Deutschland r(5,5) nach DIN 1986-100 (KOSTRA-DWD), für Österreich nach ÖNORM B 2501, für die Schweiz nach SN 592000 einsetzen.

Grundrissfläche 60 m² · r = 0,030 l/(s·m²) → erforderlicher Abfluss

1,8 l/s

Zuschnitt 250 + Fallrohr Ø 80

Querschnitt 43 cm² · Entwässerungslänge 5 m × 2 Abschnitte · Kapazität 2,14 l/s

knapp

Zuschnitt 330 + Fallrohr Ø 100

Querschnitt ≈ 92 cm² · Entwässerungslänge 5 m × 2 Abschnitte · Kapazität 5,36 l/s

reicht

Zuschnitt 417 + Fallrohr Ø 120

Querschnitt nicht nach EN 612 · Entwässerungslänge 5 m × 2 Abschnitte · Kapazität 9,42 l/s

reicht

* Abfluss nach EN 12056-3 (Q = r × A × C, C = 1,0, mit Risikofaktor nach Tabelle 2). Die Rinnenkapazitäten sind Tabellenwerte für vorgehängte Halbrundrinnen mit üblichem Gefälle; der Ausdruck QL = 0,9 · QN der Norm liefert einen Wert ohne Längenbezug und entspricht etwa der Spalte 15 m. r = 300 l/(s·ha) = 0,03 l/(s·m²) ≈ 108 mm/h ist der Beispielwert für Slawonien; für Ihren Standort gilt die örtliche Regenspende r(5,5) — in Deutschland nach DIN 1986-100 aus den KOSTRA-DWD-Daten, in Österreich nach ÖNORM B 2501, in der Schweiz nach SN 592000. Zuschnitt 417 ist keine Nenngröße nach EN 612 und wird hier konservativ als Nenngröße 400 gerechnet; auch Zuschnitt 330 ist nicht identisch mit der EN-Nenngröße 333, der Querschnitt wird mit 92 cm² angesetzt, bis er gemessen ist.

Der Engpass ist nicht das Rohr — sondern Wasserfangkasten und Lage des Fallrohrs

Ein Fallrohr Ø 100 führt theoretisch rund 10,7 l/s ab (bei üblichem Füllungsgrad von 33 %) — ein Vielfaches dessen, was ihm die Rinne je zuführt. Die wirklichen Grenzen liegen anderswo:

  • Lage des Wasserfangkastens: Ein Kasten in Rinnenmitte mehr als verdoppelt die Kapazität gegenüber dem Kasten am Ende — die Rinne wird in zwei Abschnitte geteilt, jeder führt die Hälfte des Wassers, und das auf halbem Weg. Die günstigste Verbesserung in der ganzen Klempnerei.
  • Form des Ablaufs: Ein konischer (trichterförmiger) Kasten führt 25–30 % mehr ab als ein zylindrischer.
  • Laubfangkorb: Die Norm setzt ihn mit dem Faktor 0,5 an — er halbiert die Kapazität. Kein Grund, ihn wegzulassen, aber ein Grund, ihn einzurechnen.
  • Ecke in der Rinne (Kehle, L-Grundriss) nimmt 15 % weg; Ecken nicht in die Nähe des Kastens legen.

Rinnengefälle: Hydraulik, nicht Ästhetik

Hier ist die Norm unerbittlich konkret: Eine Rinne mit bis zu 3 mm/m Gefälle gilt als waagerecht, und eine lange waagerechte Rinne verliert bis zu 40 % Kapazität. Umgekehrt bringt ein Gefälle von 10 mm/m auf derselben Länge bis zu +55 %. Praktische Empfehlung: 3–5 mm/m für Rinnen bis 10 m, absolutes Minimum 2,5 mm/m. Über 10 mm/m gibt es keinen hydraulischen Gewinn mehr, dafür beginnen die Probleme: Auf 10 m sind das 10 cm Höhenunterschied — eine sichtbare Abweichung von der Trauflinie, und am hohen Ende tritt die Rinne über die Ebene der Deckung hinaus, sodass das Wasser vom Dach die Rinne überspringt. Und eine Regel, die oft vergessen wird: Die hintere Rinnenkante muss mindestens 8 mm höher liegen als die vordere, damit ein Überschuss nach außen läuft und nicht in die Fassade.

Lange Rinnen müssen sich außerdem dehnen können: Verzinkter Stahl dehnt sich um rund 0,012 mm je Meter und Kelvin, Titanzink fast doppelt so stark (etwa 0,022 mm/mK in Walzrichtung) — Zinkrinnen verlangen deshalb einen noch disziplinierteren Dehnungsausgleich. Bei vorgehängten Außenrinnen bis Nenngröße 500 mm sitzt der Dehnungsausgleicher etwa alle 15 m (von Ecke oder Rinnenende gilt die Hälfte, von der Innenecke ein Viertel). Bei Stahlrinnen wirkt auch der Verbinder mit Abstand als Dehnungsfuge — deshalb den Stoß nie „mit Gewalt“ bis zum Anschlag abdichten.

Halter, Schnee und die vergessene Masse des Wassers

Eine Rinne Zuschnitt 330 voll Wasser trägt rund 9 kg je laufenden Meter — allein vom Wasser. Dazu Eis und die Schneerutschung vom glatten Blech, und es ist klar, warum der Halterabstand nicht gestreckt wird. Eine verbindliche Zahl nennt keine Bemessungsnorm; die Hersteller geben 60–90 cm je nach Halterklasse (Lindab 600 mm in den schwedischen Anleitungen, 800 mm in den britischen; VMZINC 700/800/900), und in schneereichen Lagen geht man an die untere Grenze mit stärkerer Halterklasse und dem letzten Halter rund 10 cm vom Dachrand. Das Gefälle wird nicht „nach Augenmaß“ gesetzt: Der tiefste Halter kommt neben den Wasserfangkasten, der höchste ans andere Ende, eine Schnur dazwischen — und erst dann alle übrigen. Auf glattem Blechdach sind Schneefanggitter kein Schmuck, sondern Teil des Entwässerungssystems; dazu der Artikel über leichte Dacheindeckungen.

Kupfer über verzinktem Stahl: der Schaden, der nicht wie ein Schaden aussieht

Der teuerste Fehler in der Entwässerung ist nicht der zu kleine Querschnitt, sondern das Mischen von Metallen. Die Regel lautet: Wasser darf vom unedleren Metall auf das edlere fließen, niemals umgekehrt. Ein Kupferblech, das Kupferrohr einer Klimaanlage oder eine kupferne Zierde oberhalb einer verzinkten Rinne lösen Kupferspuren ins Regenwasser; das Kupfer schlägt sich auf dem Zink nieder und bildet ein galvanisches Element, das die Zinkschicht zerstört — und es sieht aus wie „schlechtes Blech“. Umgekehrt (verzinktes Dach, Kupferrinne) ist kein Problem. Dasselbe gilt für Blei über beschichtetem Stahl und für verzinkte Nägel in Aluminiumblech.

Das sicherste Entwässerungssystem ist deshalb eines, in dem jedes Teil aus demselben Metall besteht: Rinne, Fallrohr, Halter, Schelle und Kantteil aus verzinktem Stahl Z275 mit derselben Beschichtung und demselben RAL-Ton. Das ist auch der Grund, warum unser ganzes Entwässerungsprogramm auf einem Materialsystem steht — Sie müssen nicht prüfen, wer mit wem verträglich ist.

Was für Deutschland, Österreich und die Schweiz gilt

Die Hydraulik ist europaweit dieselbe — EN 12056-3 für die Bemessung, EN 612 für die Rinne selbst. Was sich ändert, ist die Regenspende des Standorts und die Ausführungsregel des Klempnerhandwerks vor Ort (in Österreich und der Schweiz: des Spenglers). Modeco liefert Rinnen, Fallrohre, Halter und Wasserfangkästen als getrennte Positionen netto ab Werk Đakovo; für Unternehmen mit gültiger USt-IdNr. ohne kroatische Mehrwertsteuer (innergemeinschaftliche Lieferung), Transport projektbezogen. Montage in Kroatien mit eigenen Teams, im Ausland nach Absprache — in der Regel hängt Ihr Dachdecker ein, was wir nach Ihren Trauflängen fertigen.

Rezept des Ingenieurs

  • Einfamilienhaus: Zuschnitt 330 + Ø 100 deckt fast jeden Grundriss; Zuschnitt 250 nur mit Kasten in der Mitte und kurzen Traufen.
  • Halle: Ein Fallrohr reicht selten — rechnen Sie mit 10–12 m Entwässerungslänge je Ablauf, also zwei oder mehr Fallrohre je Seite.
  • Immer: Gefälle 3–5 mm/m, Halter alle 60–80 cm, hintere Kante höher als die vordere, Dehnungsausgleich auf langen Strecken.
  • Nie: Kupfer über verzinkt, Laubfangkorb ohne Reserve in der Rechnung, Rinnenecke direkt am Kasten.

Sie möchten nicht selbst rechnen? Schicken Sie uns Trauflängen, Dachfläche und Fallrohrhöhen — Sie erhalten Rinnen, Fallrohre und Zubehör als getrennte Positionen mit Lieferzeit; Größen, Paarungen und Preise der einzelnen Elemente stehen auf der Seite Dachrinnen.

Häufige Fragen

Nach EN 12056-3: Abfluss Q = r × A × C — Regenspende r in l/(s·m²), wirksame Dachfläche A als Grundrissprojektion (nicht die Schräge) und Abflussbeiwert C = 1,0 für Blechdächer, bei Bedarf mit Risikofaktor 1,5 bis 2,0. Beispiel Slawonien: r = 0,03 l/(s·m²), das sind 108 mm/h; in Deutschland gilt die Regenspende r(5,5) des Standorts nach DIN 1986-100. Eine Halbrundrinne Zuschnitt 330 führt bei 10 m Entwässerungslänge rund 2,5 l/s ab — etwa 83 m² Dachgrundriss.

Schlagwörter:DachrinneFallrohrEN 12056-3EN 612Dachentwässerung

Deutsche Fassung des kroatischen Originals: Dimenzioniranje žlijeba i vertikale: koliko vode stvarno pada s vašeg krova.